Flachs

Dieser Begriff bezeichnet sowohl Leinenfasern als auch Gewebe, die aus diesen Fasern gefertigt werden. Neben dem Begriff Flachs ist auch die Bezeichnung Leinen gebräuchlich. Die Gewebe, die aus Flachs gefertigt wurden, sind ebenso unter den folgenden Namen bekannt:
 
·         Leinwand
·         Leintuch
·         Linnen
 
Seit dem 19. Jahrhundert spielt Flachs allerdings nur noch eine untergeordnete Rolle in der Textilindustrie. Denn inzwischen ist vor allem Baumwolle von Bedeutung. Seit Ende des 20. Jahrhunderts besteht allerdings wieder größeres Interesse an Flachs, da es sich hierbei um eine ökologische Naturfaser mit vielen vorteilhaften Eigenschaften handelt.
 

Flachsfasern

 
Leinenfasern werden aus den Flachspflanzenstängeln gewonnen. Sie zählen zu der Gruppe der Bastfasern. Bei Leinenfasern kommt es zu einer Bündelbildung, wodurch sich diese Fasern also von Samenfasern, wie zum Beispiel Baumwolle, unterscheiden. Denn bei Samenfasern handelt es sich um Einzelfasern, die nicht miteinander verbunden sind. Flachs besteht aus den folgenden Bestandteilen:
 
·         Zellulose
·         Pektine
·         Hemicellulose
·         Lignin
 
In welcher Zusammensetzung diese Bestandteile auftauchen, hängt entscheidend von der Flachsart ab. Flachs wird im Anschluss an die Ernte aus Stroh gewonnen. Dazu muss das Stroh zunächst gebrochen werden. Alle überflüssigen Bestandteile der Flachspflanze werden nun entfernt, so dass am Ende nur noch die Flachsfasern, die ebenso als Langfasern bekannt sind, übrig bleiben. Diese dreht man dann zu Zöpfen, bevor diese Fasern in eine Spinnerei gegeben werden. Dort erfolgt dann die textile Weiterverarbeitung.
 

Wie kann Flachs weiterverarbeitet werden?

 
Die Weiterverarbeitung von Flachs ist sowohl durch Spinnen als auch durch Weben möglich. Es können sowohl Trocken- als auch Nassspinnverfahren zum Einsatz kommen. Beim Weben von Leinen sind vor allem die folgenden Bindungsarten gängig:
 
·         Leinwandbindung
·         Jacquard
·         Köperbindung
·         weitere Bindungsarten
 

Eigenschaften und Verwendung von Flachs

 
Leinenfasern lassen sich nicht nur gut teilen, sondern auch problemlos verspinnen. Daher sind diese Fasern nicht nur für Kleidung, sondern auch für Wäsche ausgezeichnet geeignet. Bei Flachs handelt es sich um glatte Fasern. Gewebe aus Leinen schließen relativ wenig Luft ein. Daher ist Flachs nicht nur flusenfrei, sondern auch kaum gegen Bakterien und Schmutz anfällig. Von Haus aus bringt diese Faser also die nachfolgenden Eigenschaften mit:
 
·         bakteriozid
·         schmutzabweisend
·         nahezu antistatisch
 
Maximal 35 Prozent Luftfeuchtigkeit kann von diesen Geweben aufgenommen werden, die somit einen kühlenden Effekt haben. Im Winter sind die Gewebe hingegen trocken wärmend. Besonders zu Sommerkleidung wird Flachs häufig weiterverarbeitet. Diese Fasern sind noch dazu extrem unelastisch und sehr reißfest. Allerdings bedeutet dies auch, dass Leinen relativ knitteranfällig ist. Bei Flachs handelt es sich um ein langlebiges und äußerst strapazierfähiges Gewebe mit einem natürlichen Glanz.

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