Von Hitzewelle bis Herbst: Loungewear selber nähen
Dieses Loungewear-Set passt sich einfach an! In diesem Beitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du ein luftiges Top und eine bequeme Hose selber nähst, welche Stoffe sich für warme und kühlere Tage eignen und wie du beide Teile ganz nach Wunsch kurz oder lang gestalten kannst.
Loungewear für wechselhaftes Übergangswetter
Morgens ist es schon kühl, mittags plötzlich wieder sommerlich warm – gerade in der Übergangszeit ist die richtige Kleidung oft gar nicht so einfach zu wählen. Ein selbst genähtes Loungewear-Set ist dafür ideal, denn du kannst es ganz nach Wetter, Stoff und persönlichem Stil anpassen.In diesem Beitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du ein luftiges Top und eine bequeme Hose selber nähst. Beide Teile lassen sich ohne kompliziertes Schnittmuster umsetzen und können je nach Saison kurz oder lang gestaltet werden. So entsteht ein Set, das dich von den letzten heißen Sommertagen bis in den Herbst begleitet.
Material & Stoffauswahl
Die Stoffwahl bestimmt nicht nur den Look deines Sets, sondern auch, für welche Temperaturen es sich besonders gut eignet.
Für warme Spätsommertage sind leichte, atmungsaktive Stoffe wie Leinen, Musselin, Popeline oder leichte Baumwolle eine gute Wahl. Sie fallen locker und fühlen sich angenehm auf der Haut an.
Für kühlere Tage und die lange Variante eignen sich Leinenmischungen, weich fallende Baumwollstoffe oder etwas festere Webware. Sie geben dem Set mehr Struktur und machen es etwas wärmer, ohne dass der lässige Charakter verloren geht.
Besonders praktisch: Mit demselben Grundprinzip kannst du je nach Stoff ganz unterschiedliche Looks nähen – von luftig und sommerlich bis gemütlich und herbstlich.
Für dein Loungewear-Set brauchst du:
- 2 Meter Stoff für Top und Hose
- eine gut sitzende Hose als Vorlage
- 3,5 cm breites Gummiband
- passendes Nähgarn
- Stoffschere
- Stecknadeln oder Stoffklammern
- Maßband
- Schneiderkreide oder Markierstift
- Sicherheitsnadel oder Büroklammer
- Bügeleisen
- Nähmaschine
Schritt für Schritt Anleitung : Lounge-Set Top selber nähen
Jetzt geht es ans Nähen! Mit dieser einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung kannst du dein eigenes Loungewear-Set aus Top und Hose nähen.
Die Anleitung eignet sich sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Hobby-Näher und zeigt dir Schritt für Schritt, wie aus wenigen Stoffteilen ein bequemes und individuelles Set entsteht. Nimm dir etwas Zeit, arbeite sorgfältig und freue dich auf dein ganz persönliches Loungewear-DIY.
1. Top zuschneiden
Für Vorder- und Rückseite benötigst du zwei Rechtecke mit diesen Maßen:
- Breite: Miss die Strecke von einer äußeren Schulterkante zur anderen direkt über deinen Körper. Addiere 8 cm.
- Höhe: Miss vom höchsten Punkt deiner Schulter bis zur Taille und addiere ebenfalls 8 cm. Als Orientierung kannst du den Punkt nehmen, an dem normalerweise die Schulternaht eines T-Shirts sitzt.
Für die seitlichen Bindebänder benötigst du zwei Stoffstreifen:
- Länge: Taillenumfang + 60 cm
- Höhe: 6 cm
2. Bindebänder vorbereiten
Falte die Stoffstreifen längs rechts auf rechts, sodass die langen Kanten exakt aufeinanderliegen.
Bügle die Falte und schließe anschließend die lange offene Kante mit 1 cm Nahtzugabe. Die Nahtzugabe kannst du bei Bedarf etwas zurückschneiden und anschließend versäubern.
Die kurzen Enden bleiben zunächst offen.
Wende die Bänder anschließend auf rechts und bügle sie sorgfältig glatt. Die Enden werden versäubert, einmal nach innen eingeschlagen und knappkantig abgesteppt.
3. Rechtecke vorbereiten
Versäubere beide Rechtecke rundherum. Lege sie anschließend rechts auf rechts aufeinander.
Wenn dein Stoff ein Muster oder eine eindeutige Richtung besitzt, achte darauf, dass Vorder- und Rückseite später richtig herum liegen.
Stecke die obere Kante fest und markiere die Mitte.
4. Halsauschnitt bestimmen
Miss die Strecke vom äußeren Ende eines Schlüsselbeins zum anderen. Übertrage dieses Maß auf die obere Kante des Tops. Teile die Strecke dabei gleichmäßig von der zuvor markierten Mitte nach links und rechts auf. Markiere die beiden Endpunkte.
Der Bereich zwischen diesen Markierungen bleibt offen und bildet später den Halsausschnitt. Da Vorder- und Rückteil identisch sind, gilt der Ausschnitt für beide Seiten gleichermaßen.
5. Rechtecke zusammennähen
Nähe die beiden Rechtecke an der oberen Kante jeweils von außen bis zu den markierten Punkten zusammen. Arbeite dabei mit 2 cm Nahtzugabe.
Der Bereich zwischen den Markierungen bleibt für den Halsausschnitt offen. Bügle anschließend die Nahtzugaben entlang der gesamten oberen Kante auseinander. Auch der Halsausschnitt wird mit jeweils 2 cm sauber nach innen gebügelt.
7. Seitliche Kanten säumen
Auch die langen Seiten des Tops werden mit einem Doppelumschlagsaum verarbeitet.Bügle die Seiten zunächst 2 cm nach innen und anschließend nochmals 2 cm. So entsteht ein insgesamt 4 cm breiter Saum, der dem Top etwas mehr Struktur gibt.
Stecke die Säume fest und steppe sie anschließend knappkantig ab.
8. Unteren Saum vorbereiten und Bändel einsetzen
Bügle die untere Kante eines Rechtecks zunächst 1 cm nach innen. Markiere anschließend die Mitte des Rechtecks sowie die Mitte des dazugehörigen Bändels.
Lege das Bändel in die vorbereitete 1-cm-Bügelfalte und achte darauf, dass beide Mittelmarkierungen exakt aufeinanderliegen. Schlage den Saum anschließend erneut nach innen, sodass die versäuberte Kante des Bändels vollständig im Saum verschwindet.
Stecke alles sorgfältig fest und steppe den Saum knappkantig ab. Wiederhole diesen Schritt am zweiten Rechteck mit dem zweiten Bändel.
Hose des Lounge-Sets nähen
Jetzt entsteht die passende Hose zu deinem Loungewear-Set. Als Vorlage dient eine gut sitzende Hose aus deinem Kleiderschrank, sodass du ganz ohne klassisches Schnittmuster arbeiten kannst. Schritt für Schritt nähst du daraus eine bequeme Hose mit elastischem Gummibund.1.1 Hose zuschneiden
Falte den Stoff in zwei Lagen.Nimm eine bequeme Hose, die dir gut passt, und verwende sie als Vorlage. Lege zunächst die entsprechenden Vorderteile übereinander und forme die Schrittrundung vollständig aus.
Lege die Hose auf den doppellagigen Stoff, stecke sie fest und zeichne die Form mit 1 cm Nahtzugabe rundherum nach. Den Bund zeichnest du nicht mit ab, da dieser später separat zugeschnitten wird.
Hat deine Vorlagehose einen Gummibund, dehne ihn beim Abpausen vollständig aus. So wird die neue Hose später nicht zu eng.
Wiederhole den Vorgang für die Rückseite. Am Ende benötigst du: 2 Vorderteile & 2 Rückteile
1.2 Bund zuschneiden
Für die Bundbreite kannst du die obere Weite deiner Hosenteile ausmessen oder den gedehnten Bund deiner Vorlagehose als Orientierung verwenden. Der Stoffbund wird 10 cm hoch zugeschnitten.Zur Bundbreite kommen insgesamt 2 cm Nahtzugabe hinzu.
2. Hosenbeine zusammennähen
Lege jeweils ein Vorder- und ein Rückteil rechts auf rechts aufeinander.Schließe zuerst die innere Beinnaht bis zum Schrittpunkt und anschließend die äußere Seitennaht. Nähe mit 1 cm Nahtzugabe. Danach die Nähte versäubern und auseinanderbügeln. Mit dem zweiten Hosenbein genauso verfahren.
3. Schrittnaht schließen
Wende ein Hosenbein auf rechts und schiebe es vollständig in das zweite Hosenbein. Die schönen Stoffseiten liegen jetzt rechts auf rechts aufeinander.Stecke die Schrittpunkte exakt zusammen und schließe die komplette Mittelnaht mit 1 cm Nahtzugabe. Danach das innere Hosenbein wieder herausziehen, die Naht versäubern und bügeln.
4. Gummiband vorbereiten
Lege ein 3,5 cm breites Gummiband knapp unterhalb des Bauchnabels um deinen Körper. Spanne es leicht, sodass es bequem sitzt, und gib 1 cm Nahtzugabe hinzu.Nähe den Bund an den offenen Seiten mit 1 cm Nahtzugabe zu einem Schlauch zusammen. Anschließend die Naht versäubern, auseinanderbügeln und den Bund längs links auf links zur Hälfte falten.
5. Bund annähen
Stecke den vorbereiteten Bund rechts auf rechts gleichmäßig an die obere Kante der Hose und fixiere ihn rundherum mit Stecknadeln oder Stoffklammern.Nähe den Bund anschließend mit 1 cm Nahtzugabe fest. Lasse dabei auf der Rückseite eine etwa 2 cm große Öffnung frei. Durch diese Öffnung wird später das Gummiband in den Bund eingezogen.
6. Gummiband einziehen
Befestige eine Sicherheitsnadel am Gummiband und ziehe es durch die Öffnung im Bund. Achte darauf, dass es sich nicht verdreht. Die Enden 1 cm überlappen lassen und mit Zickzackstich zusammennähen.Danach die Öffnung schließen. Optional kannst du den Gummibund zusätzlich rundherum feststeppen. Ziehe ihn dabei leicht auseinander, damit die Naht elastisch bleibt.
Kurz oder lang – so passt du dein Set an
Das Besondere an diesem Loungewear-Set ist, dass du die Länge ganz einfach verändern kannst.Für eine sommerliche Variante nähst du die Hose als Shorts und kannst auch das Top etwas kürzer zuschneiden. Gerade aus Leinen, Musselin oder leichter Baumwolle entsteht so ein luftiges Set für heiße Tage.
Für die Übergangszeit oder den Herbst lässt du die Hosenbeine lang und kannst auch beim Top etwas mehr Länge einplanen. Wichtig ist nur, dass du die gewünschte Länge bereits beim Zuschnitt berücksichtigst und zusätzlich genügend Stoff für den späteren Saum einplanst.
Du kannst sogar aus demselben Schnitt mehrere Varianten nähen: einmal als kurze Sommerversion und einmal als langes Set für kühlere Tage.
Fazit zum Selbernähen eines Lounge-Sets
Ein selbst genähtes Loungewear-Set ist das perfekte Projekt für die Zeit zwischen Sommer und Herbst.Durch die einfache Grundform kannst du Top und Hose individuell an deine Maße anpassen und selbst entscheiden, ob du lieber eine kurze, luftige Version oder ein langes Set für kühlere Tage nähst.
Mit der passenden Stoffwahl wird aus derselben Anleitung jedes Mal ein ganz neuer Look, sommerlich aus Leinen oder Musselin, etwas eleganter aus Popeline oder gemütlicher aus einer weich fallenden Baumwollqualität.
So entsteht ein unkompliziertes Lieblingsset, das nicht nur bequem ist, sondern auch genau zu deinem Stil und zur aktuellen Jahreszeit passt.
FAQ – Häufige Fragen zum Nähen von Loungewear
Kann ich das Loungewear-Set auch als Anfänger nähen?
Ja. Top und Hose bestehen aus relativ einfachen Formen und kommen ohne kompliziertes Schnittmuster aus. Besonders mit einem unkomplizierten Baumwoll- oder Leinenstoff eignet sich das Projekt gut für Anfänger.
Welcher Stoff eignet sich am besten?
Für warme Tage eignen sich Leinen, Musselin, Popeline und leichte Baumwolle besonders gut. Für die Übergangszeit kannst du etwas festere Baumwolle, Leinenmischungen oder weich fallende Webstoffe verwenden.
Brauche ich ein Schnittmuster für die Hose?
Nein. Du kannst eine Hose, die dir bereits gut passt, als Vorlage verwenden und ihre Form direkt auf den Stoff übertragen.
Kann ich die Hose auch als Shorts nähen?
Ja. Kürze die Hosenbeine beim Zuschnitt einfach auf deine gewünschte Länge. Denk dabei daran, zusätzlich etwas Stoff für den Saum einzuplanen.
Kann ich das Top länger oder kürzer machen?
Ja. Die Länge des Tops bestimmst du über die Höhe der beiden Rechtecke. Miss dafür einfach bis zu der Stelle, an der dein Top später enden soll, und gib genügend Naht- und Saumzugabe hinzu.
Wie viel Stoff brauche ich?
Das hängt von deiner Größe, der gewünschten Länge und der Stoffbreite ab. Eine lange Hose benötigt deutlich mehr Stoff als Shorts. Am besten zeichnest du deine Schnittteile vor dem Stoffkauf grob auf oder nimmst deine Maße mit ins Stoffgeschäft.
Weitere Beiträge entdecken
Bikini selber nähen: Schritt für Schritt zu deinem individuellen Bikini
Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung nähst du ein individuelles Bikini-Oberteil und ein passendes Höschen ganz einfach selbst. Perfekt für dein nächstes DIY-Sommerprojekt.
Kissenhülle nähen für Anfänger: 3 einfache Varianten
Du möchtest deine Kissenbezüge selbst nähen und suchst nach der passenden Anleitung? In diesem Beitrag zeigen wir dir gleich drei Varianten zum Nachnähen: Mit Rüschen, Knöpfen & Hotelverschluss.
Strandtasche selber nähen – Mit kostenlosem Schnittmuster
Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du eine praktische und stylische Strandtasche selber nähst. Von der Stoffauswahl bis zum Vernähen lernst du alles, was du für deine perfekte Sommertasche brauchst.